Ein unangemessen hohes Willensvollstreckerhonorar schädigt Quotenvermächtnisnehmer bloss mittelbar (Reflexschaden)

Ein unangemessen hohes Willensvollstreckerhonorar schädigt Quotenvermächtnisnehmer bloss mittelbar (Reflexschaden)

Marc’Antonio Iten

1. System der zivilrechtlichen Verantwortlichkeit des Willensvollstreckers

Die primäre Haftungsgrundlage einer zivilrechtlichen Verantwortlichkeit des Willensvollstreckers ist nicht vertraglich, sondern vertragsähnlich.1 Willensvollstrecker haften gegenüber Erben, Vermächtnisnehmern und Nachlassgläubigern auf der Grundlage von Art. 518 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 398 Abs. 2 OR analog und i.V.m. Art. 97 Abs. 1 OR.2 

Damit ein Willensvollstrecker ersatzpflichtig gemacht werden kann, müssen folgende vier Voraussetzungen erfüllt sein:

a. Pflichtwidrigkeit: Der Willensvollstrecker kann seinen gesetzlichen Leistungsauftrag nicht oder nicht mehr gehörig erfüllen.

b. Schaden: Ein Erbe, Vermächtnisnehmer oder Nachlassgläubiger erleidet einen unmittelbaren Schaden.

c. Kausalzusammenhang: Es gibt einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen der Pflichtwidrigkeit und dem Schaden.

d. Verschulden: Der Willensvollstrecker kann seine Unschuld nicht nachweisen (Exkulpation).

iusNet ER 15.10.2018

 

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